Steiff-Teddy 35 PB

Teddy-Bär der Firma Steiff

Der Text dieser meiner Arbeitsprobe ist ein kleiner Abschnitt vom umfangreichen Drehbuch für den Audioführer für Besucher des einmaligen Spielzeugmuseums Nürnberg. Der Audioführer hat drei Sprecher, die da nur allgemeine Namen My, No und Erzähler haben. Der Erzähler erzählt die rührende Geschichte des Teddy-Bären Fritz. Wenn Sie das Spielzeugmuseum Nürnberg besichtigen, was ich Ihnen wärmstens empfehlen möchte, können Sie den Audioführer zur Erleichterung Ihrer Museumsvisite verwenden. Ich habe den Text für den Audioführer auftragsgemäß aus dem Deutschen ins Tschechische übersetzt. Sie finden den Text dieser meiner Tschechisch-Übersetzung im tschechischsprachigen Teil dieser meiner Internetseite.

My:
Plüschohren von Teddybären füllen sogar die Gerichtsakten! Wie alles Erfolgreiche in der Spielzeugindustrie waren auch Steiffs Teddies nicht vor billigen Nachahmungen gefeit. [Bär brummt] Unser „Bärle“ hier ist natürlich ein Original, wenn auch sein „Knopf im Ohr“ beim Spielen verloren gegangen sein muss.
No:
Die Zeit der Bären begann 1902, zwei Jahre vor „Bärles“ Geburt. Richard Steiff, ein Neffe der Firmengründerin Margarete Steiff, hatte die geniale Idee, einen beweglichen Plüschbären zu entwickeln. Das schien allerdings kaum jemanden zu interessieren; die Einkäufer auf der Leipziger Messe fanden den Bären zu unförmig und zu schwer. Doch im allerletzten Moment
My:
– man war gerade beim Zunageln der Kisten –
No:
lässt sich ein amerikanischer Einkäufer überzeugen und bestellt 3000 Bären! Leider hat sich keiner dieser Bären erhalten.
My:
Den endgültigen Durchbruch schafften unser Bärle und seine Kumpanen. Mit bürgerlichem Namen heißt er 35 PB, was bedeutet: Sitzhöhe 35 cm, P wie Plüsch, B wie beweglich. Während sich die Puppen der Zeit an Beweglichkeit übertrafen, waren Stofftiere bisher steif gewesen. Von Bärle haben wir eine Röntgenaufnahme, auf der man die Metallstangen sieht, die seine Glieder verbinden und endlos drehbar machen. Er ist mit einem Kilo recht schwer. Seine leichteren Nachfolger haben in Amerika als „Teddies“ einen richtigen Spielzeugboom ausgelöst. „Teddy“ war der Spitzname des Präsidenten Theodore Roosevelt. Der hatte sich bei einem Jagdausflug geweigert, einen hilflosen Jungbären abzuschießen. Fortan wurde in den Zeitungskarikaturen eines gewissen Berryman ein Bär zum Markenzeichen Roosevelts. Und den Steiff-Bär nannte bald jeder Teddybär.
No:
Es gibt wohl kaum ein Kuscheltier, das so beliebt wie der Teddy ist. Wem mag unser Bärle einst gehört haben? Viele Geschichten über das Spielzeug im Raum bleiben unerzählt. Eine aber hören Sie unter „i“.

Teddy Fritz
Ausnahmsweise möchte ich Ihnen von einem Teddy erzählen, der nicht zu sehen ist, ja, der nie mehr zu sehen sein wird. Es ist der Teddy von Klara Spinnehörn, er hieß Fritz. Stellen Sie sich Klara als über 80jährige Frau vor, die zwei Männer beerdigen musste und zeitlebens hart gearbeitet hat. Jetzt will Klara Spinnehörn nur noch liegen. Und sie wünscht sich einen Teddybär. Man stellt ihr verschiedene vor. Die Entscheidung ist rasch gefällt, und sie nennt ihren neuen, weißen Begleiter Fritz. Nach ihrer Jugendliebe, wie sich die Enkelinnen zuflüstern. Fünf Jahre verbringen die beiden miteinander, doch dann entscheidet sich Klara zu sterben. Da liegt ihr Körper, da steht die Familie, und es kommt der Moment, in dem man sich von ihr trennen muss. Es graust der Familie vor der Einsamkeit, in der man Klara zurücklassen muss. Da nimmt eine der Enkelinnen Fritz. Legt ihn an die rechte Wange Klaras. Niemand widerspricht. Die beiden liegen da sehr würdevoll. Fritz wacht bei Klara, auch in der Zeit im Leichenhaus. Er bleibt bei ihr, oder bei dem, was sie auf der Erde hinterlassen hat und das jetzt der Erde zurückgegeben wird.